Kostenlose Bilder: Was du wirklich nutzen darfst
Die meisten prüfen bei kostenlosen Bildern genau eine Sache: ob der Download-Button funktioniert. Die Lizenz darunter ist der Ort, an dem die Probleme wohnen, und die tauchen erst später auf, meist in einer E-Mail von der Rechtsabteilung eines Unternehmens.
Dieser Leitfaden zeigt, welche Plattformen brauchbare kostenlose Bilder liefern, was die jeweilige Lizenz tatsächlich erlaubt und wie KI-generierte Motive die Frage verändern.
Welche Plattformen liefern kostenlose Bilder?
Vier Anbieter decken fast jeden Bedarf ab. Sie unterscheiden sich mehr in den Lizenzbedingungen als in der Qualität, und bei allen kannst du Bilder kostenlos herunterladen.
| Plattform | Lizenz | Nennung nötig | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| Unsplash | eigene Unsplash-Lizenz | nein | größte Sammlung, gehört zu Getty, kein CC0 |
| Pexels | eigene Pexels-Lizenz | nein | private und kommerzielle Nutzung abgedeckt |
| Pixabay | meist CC0 | nein | auch Vektoren, Videos und Sounds |
| Adobe Stock Gratis-Auswahl | je Datei unterschiedlich | je Datei | kuratiert, einzelne Dateien mit Zusatzregeln |
Für professionelle Fotos beginnst du am besten bei Unsplash oder Pexels. Pixabay lohnt sich, wenn du neben Fotos auch Vektoren oder Videos brauchst. Die Gratis-Auswahl von Adobe Stock ist eher ein Ort, an dem du einzelne Dateien prüfst, als einer zum Stöbern.
Wie groß ist das Angebot wirklich?
Die Zahlen, mit denen die Plattformen werben, sagen weniger aus, als sie sollen. Unsplash und Pexels verfügen jeweils über mehrere Millionen Bilder, Pixabay nennt ebenfalls Millionen Dateien einschließlich Videos und Vektoren.
Entscheidend ist aber nicht die Gesamtzahl, sondern wie viele hochwertige, professionelle Aufnahmen in deiner Kategorie liegen. Bei Landschaften und Technik ist die Auswahl riesig, bei spezifischen Branchen oft dünn. Eine große Auswahl nützt wenig, wenn keine passenden Bilder dabei sind.
Praktischer Hinweis: Fast alle Plattformen sortieren nach Kategorien, und wer dort statt über die Suche einsteigt, findet oft passendere Motive. Für Blogs und kleinere Websites reicht das Angebot der drei großen Anbieter in aller Regel vollständig aus. Alle drei stellen laufend neue Fotos ein, die User hochladen.
„Kostenlos“ heißt nicht „ohne Regeln“
Drei Annahmen sorgen für die meisten Probleme, und alle drei sind falsch.
Diese Bilder sind gemeinfrei
Meistens nicht. Pixabay stellt die Bilder überwiegend unter CC0, und das ist tatsächlich eine Freigabe in die Gemeinfreiheit. Unsplash und Pexels machen das nicht. Beide verwenden eigene Lizenzen. Du darfst die Bilder für kommerzielle Zwecke verwenden, aber Einschränkungen behalten, die es bei echter Gemeinfreiheit nicht gäbe.
Der Unterschied zeigt sich an den Rändern. Unter der Unsplash-Lizenz darfst du die Fotos nicht zu einer konkurrierenden Bilddatenbank zusammenstellen oder als Stockmaterial weiterverkaufen. Genau solche Klauseln vermutet niemand, wenn er das Wort kostenlos liest.
Ich muss immer den Fotografen nennen
Bei Unsplash, Pexels und Pixabay ist die Namensnennung erwünscht, aber nicht vorgeschrieben. Eine Zeile kostet dich nichts und freut die Fotografen, verpflichtet bist du aber nicht. Viele Blogs nennen die Fotografen trotzdem.
Pflicht wird die Nennung bei Bildern unter einer Creative-Commons-BY-Lizenz, wie du sie auf Flickr oder bei Wikimedia Commons findest. Creative Commons kennt mehrere Varianten, und du solltest die Lizenzbedingungen jeweils einzeln prüfen. Bei einer Creative-Commons-Lizenz solltest du besonders auf die Variante achten: Das NC in CC BY-NC steht für nicht kommerziell, solche Fotos dürfen für geschäftliche Zwecke nicht verwendet werden.
Lizenzfrei bedeutet kostenlos
Lizenzfrei beschreibt, wie du zahlst, nicht wie viel. Es bedeutet, dass du einmal zahlst und danach keine laufenden Gebühren schuldest. Ein lizenzfreies Bild auf einer kommerziellen Plattform kann hundert Euro kosten.
Die kostenlosen Bilder auf Unsplash und Pexels sind beides, lizenzfrei und gratis. Auf diesen Unterschied solltest du achten, denn die beiden Eigenschaften haben nichts miteinander zu tun, und ihre Verwechslung ist der Grund, warum manche Leute Bezahlmaterial ohne Bezahlung verwenden.

Wie du Bilder findest, die nicht nach Stock aussehen
Das eigentliche Problem auf den großen Plattformen ist die schiere Menge. Die Suche nach „Geschäftstreffen“ liefert zehntausend Fotos, die alle nach demselben Nachmittag aussehen.
Vier Gewohnheiten helfen bei der Suche:
- Such nach dem konkreten Gegenstand, nicht nach dem Konzept. So findest du passende Bilder deutlich schneller. „Hände auf einer Tastatur“ bringt bessere Fotos als „Produktivität“.
- Geh tiefer in die Ergebnisse. Alles auf Seite eins steht bereits auf tausend anderen Websites. Brauchbar wird es ab Seite vier.
- Nutze kleinere Sammlungen. Reshot setzt auf dokumentarische Fotografie, New Old Stock auf historisches Archivmaterial. Beide bieten kostenfreie Bilder, die man seltener auf anderen Webseiten sieht.
- Such in einer anderen Sprache. Dieselbe Plattform liefert für eine englische Suche andere Fotos als für eine deutsche.
Die meisten Plattformen bieten inzwischen auch Videos an, und dort gelten dieselben Regeln. Wer passende Motive für eine Webseite sucht, sollte beides durchsehen.
Was freie Lizenzen meistens nicht abdecken
Auch die großzügigste Lizenz hat Grenzen, die nichts mit dem Urheberrecht am Foto selbst zu tun haben.
- Erkennbare Personen. Ob ein Gesicht in Werbung auftauchen darf, regelt eine Einverständniserklärung des Models. Die garantieren die wenigsten Gratis-Plattformen, was Porträts für kommerzielle Kampagnen riskant macht.
- Marken und Logos. Ein Foto einer Einkaufsstraße voller Schilder ist als Foto unproblematisch. Es so zu verwenden, dass diese Marken dich zu empfehlen scheinen, ist es nicht.
- Gebäude und Kunstwerke. Bauwerke, Skulpturen und Kunst im Bild können eigene Rechte mitbringen, die sich je nach Land unterscheiden.
- Heikle Zusammenhänge. Mehrere Lizenzen untersagen ausdrücklich, eine erkennbare Person in einem Kontext zu zeigen, der sie herabsetzt oder etwas Falsches über sie andeutet.
Für Blogs und redaktionelle Webseiten spielt davon nichts eine Rolle. Für eine Anzeige spielt alles davon eine Rolle, und du solltest dann besonders genau hinsehen.
KI-Bilder verändern die Frage
Generierte Motive lösen das Lizenzproblem am Foto und bringen zwei neue mit.
Das erste betrifft die kommerzielle Nutzung, und hier ist die Lage einigermaßen klar. Midjourney, DALL·E und Adobe Firefly räumen alle kommerzielle Nutzungsrechte ein, die Details hängen von der Plattform und vom gebuchten Tarif ab. Adobe Firefly ist die vorsichtigste Wahl, weil Adobe-Stock-Abonnenten eine kommerzielle Lizenz zusammen mit einer Freistellung bei Rechtsansprüchen bekommen.
Das zweite Problem ist offener. Modelle, die auf nicht lizenziertem Material trainiert wurden, bewegen sich rechtlich in unsicherem Gelände, und das ist Anfang 2026 nicht geklärt. Solche Ergebnisse kommerziell zu verwenden ist ein Risiko, das du eingehst, nicht eines, das jemand für dich ausgeräumt hat.
Sind KI-Bilder urheberrechtlich geschützt?
Diese Frage überrascht viele, die gerade ein Logo generiert haben.
In den USA hängt der Schutz an menschlicher Urheberschaft, und rein maschinell erzeugte Ergebnisse sind daran wiederholt gescheitert. Das US Copyright Office veröffentlicht seine Registrierungsrichtlinien für Werke mit KI-generierten Anteilen samt der konkreten Entscheidungen, darunter Ablehnungen, die später vor Gericht bestätigt wurden. In Deutschland verlangt das Urheberrecht ebenfalls eine persönliche geistige Schöpfung.
Die praktische Folge ist einfach: Du darfst ein KI-Bild in der Regel verwenden. Du kannst aber oft niemanden daran hindern, dasselbe Bild ebenfalls zu nutzen. Für einen Blog-Header ist das egal. Für ein Markenlogo ist es ein Grund, etwas von einem Menschen gestalten zu lassen.
Woran du ein KI-Bild erkennst
Die Plattformen mischen zunehmend generierte Motive unter die Fotos, und nicht alle kennzeichnen das. Manche bieten inzwischen einen Filter an, um KI-Bilder auszublenden, was die einfachste Lösung ist, wo es ihn gibt.
Sonst helfen die bekannten Merkmale weiterhin. Hände und Zähne bleiben unzuverlässig. Text im Hintergrund wird zu plausiblem Unsinn. Wiederkehrende Muster wie Geländer, Fliesen oder Menschenmengen geraten aus dem Takt. Schmuck und Brillen verschmelzen mit der Haut.
Ob das stört, hängt vom Zweck ab. Für einen dekorativen Header auf einer Website ist ein generiertes Bild in Ordnung. Für alles, was dokumentarisch wirkt oder ein echtes Produkt zeigen soll, ist es das nicht.

Die Lizenzprüfung in neunzig Sekunden
Bevor du ein Bild veröffentlichst, das du nicht selbst aufgenommen hast:
- Woher stammt es? Wenn du die Quelle nicht benennen kannst, nimm es nicht.
- Was sagt die Lizenz? Öffne sie. Die Zusammenfassung ist in dreißig Sekunden gelesen.
- Ist kommerzielle Nutzung erlaubt? Prüfe das auch für einen privaten Blog, denn ein Affiliate-Link macht ihn kommerziell.
- Ist eine Person erkennbar? Falls ja und die Nutzung ist werblich, brauchst du eine Einverständniserklärung.
- Ist eine Namensnennung nötig? Falls ja, setze sie sofort und nicht irgendwann.
Speichere die Lizenzseite zusammen mit der Datei. Nach einem halben Jahr weiß niemand mehr, woher ein Bild kam, und genau dann kommen die Fragen.
Die Datei vor dem Hochladen vorbereiten
Stockfotos kommen viel größer, als eine Website sie braucht. Ein Download von einer kostenlosen Plattform ist regelmäßig 4.000 Pixel breit und mehrere Megabyte groß.
- Auf die tatsächliche Anzeigebreite bringen mit dem Bild-Skalierer.
- In WebP umwandeln mit dem Format-Konverter, das halbiert die Dateigröße meist.
- Den Ausschnitt festlegen und das Bild bearbeiten mit dem Zuschneide-Tool.
Alles drei läuft im Browser, die Datei bleibt also auf deinem Rechner.
Kurz beantwortet
Wo finde ich kostenlose Bilder für kommerzielle Nutzung?
Kostenlose Stockfotos für kommerzielle Zwecke findest du bei Unsplash, Pexels und Pixabay. Alle drei erlauben die kommerzielle Nutzung unter ihren eigenen Lizenzen. Lies die Lizenzseite einmal, dann weißt du, was für die ganze Plattform gilt.
Ist Unsplash wirklich kostenlos?
Ja, kostenlos und weitgehend kommerziell nutzbar. Gemeinfrei ist es nicht, und du darfst die Fotos nicht als Stockmaterial weiterverkaufen.
Muss ich den Fotografen nennen?
Bei Unsplash, Pexels und Pixabay nicht. Bei Creative-Commons-BY-Bildern schon. Eine Nennung ist trotzdem guter Stil.
Darf ich KI-Bilder kommerziell verwenden?
Die großen Anbieter räumen kommerzielle Rechte ein, am klarsten Adobe Firefly mit seiner Freistellung. Die Rechtsfragen zum Trainingsmaterial sind damit aber nicht geklärt.
Darf ich Stockfotos in sozialen Medien verwenden?
Unter den genannten Lizenzen ja. Es gelten dieselben Grenzen wie überall: keine vorgetäuschte Empfehlung und Vorsicht bei erkennbaren Gesichtern.
Die kurze Fassung
Für die meisten Fälle: hochwertige Fotos bei Unsplash oder Pexels herunterladen, die Lizenzbedingungen einmal lesen, Namensnennung weglassen, wenn die Plattform sie nicht verlangt, und die Datei vor dem Hochladen verkleinern.
Langsamer wird es in genau zwei Situationen. Wenn eine erkennbare Person in etwas Werblichem auftaucht, und wenn ein Bild eine Marke tragen soll statt nur eine Seite zu schmücken. Dann hören kostenlose Bilder und generierte Motive beide auf, die günstige Lösung zu sein.